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Donnerstag, 5. April 2012

History Blog #244

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Dienstag, 12. Juli 2011 - 17:38


Ursprünglicher Blogtitel: "Und danach"



Das erste, was Hans nach der Klausur fragte war: "wo war denn das Massivbau, was ich die ganze Zeit gelernt habe? Wo war meine Biegebemessung? Wo war mein Schub, die Torsion oder der Plattenanschnitt?"

Als Unwissender muss man wissen, dass diese Dinge in so ziemlich jedem Bauteil vorhanden und relevant sind, dass man diese Dinge tagein tagaus in den Vorlesungen macht, dass man diese Dinge auch tonnenweise in den alten Übungsklausuren findet und dass diese Dinge zwar das kleine Ein-mal-eins des Stahlbetonbaus sind, aber sie ja eigentlich genau deswegen relevant sind.

Aber nein, tatsächlich: nichts dergleichen.

Aufgabe 1 (15 Punkte) bestand aus einem Berechnungsverfahren, dass nicht ganz so alltäglich ist, der sogenannte "Spannungsblock". Glücklicherweise hat der Prof schon das ganze Semester über gesagt "der war schon lang nicht mehr dran" und diese Aussage mit einem fiesen Grinsen versehen, sodass wir uns das auch gestern nochmal gut angeschaut haben.

Dumm daran nur: rückwärts rechnen. Nicht, dass es unmöglich wäre, aber es ist schon etwas ganz anderes. Es ist etwas ziemlich anderes eine Belastung gegeben zu haben und daraus dem Träger den nötigen Stahl zu verpassen, oder ob man einen Teil des Stahls gegeben hat und daraus die größtmögliche Belastung ermitteln soll um daraus wiederum den Rest des Stahls auszurechnen. Das gab es bei diesem Aufgabentyp noch nie.

Ich beschwer mich über die Aufgabe nicht so sehr, ich hab sie komplett.

Aufgabe 2 (15 Punkte) war eine Stütze, für die man einige Dinge berechnen sollte. Hier kam nun ein Lastfall zum Tragen, den wir bisher lediglich mal theoretisch angesprochen haben (der natürlich auch noch nie in Klausuren auftauchte oder ähnliches): Anprall. Ja, beispielsweise Parkhausstützen werden auch dafür ausgelegt, wenn jemand dagegen nagelt.

Ich hab auch die Aufgabe komplett, allerdings wohl nicht ganz richtig. Eine Kleinigkeit hab ich verpennt.

Aufgabe 3 (20 Punkte) erforderte einen richtig guten Überblick zu behalten, bei einem Thema, dass nicht so richtig mein Fachgebiet werden will, obwohl ich es schon mehrfach in diversen Fächern benötigte.

Die Aufgabe habe ich erstmal gediegen zur Seite gelegt und mich auf die letzte Aufgabe gestürzt.

Aufgabe 4 (20 Punkte), Mauerwerk. Mauerwerk ist von den Berechnungen total anders als Stahlbeton. Dementsprechend umgehen das die meisten, zumal die Hausübung und die alten Klausuren so unglaublich umfangreich sind, dass man viel zu lang braucht und tausende Fehlerquellen hat, bevor man überhaupt auf den Mauerwerksnachweis kommen kann (der übrigens eigentlich mit drei bis vier Zeilen abgeschlossen ist).

"Orientieren Sie sich einfach an der Klausur vom letzten Jahr", hieß es. Ja herrlich, die war insgesamt machbar. Und das Mauerwerk war ein Sahnestück! Da stand eine Wand, die Last war vorgegeben und man musste nur noch drauf los rechnen. Nicht so wie früher, ein ganzes Geschoss drauf, wo man sich erst noch überlegen musste, auf welche Wand was überhaupt drauf drückt. Nein, ganz einfach und simpel. Die Klausur davor war auch schön, genauso einfach, nur anders.

Ja, ja... am Arsch!

Ich blättere um und dachte schon ich schau nicht richtig. Aufgabenstellung:
a) Weisen Sie Wand 1 im Kellergeschoss des vorliegenden Gebäudes nach und wählen Sie eine Steinfestigkeitsklasse.
b) Weisen Sie Wand 2 im Kellergeschoss des vorliegenden Gebäudes nach und wählen Sie eine Steinfestigkeitsklasse.
c) Führen Sie für Wand 3 im Kellergeschoss des vorliegenden Gebäudes den Kellerwandnachweis auf Erddruck und wählen Sie eine Steinfestigkeitsklasse.

Dazu gab es den Grundriss des Gebäudes und die Ansicht. 3 (in Worten: drei!) Geschosse. Und wie ihr lesen konntet: nicht eine, sondern drei Wände. Das heißt man ermittelt sich nicht ein Mal das, was oben auf die Wand drückt, sondern für drei verschiedene Ausgangssituationen an ganz anderen Stellen.

Hey, Mauerwerk macht mir mittlerweile beinahe Spaß (zumindest auf diesem Niveau), und seitdem meine Excel-Tabelle für die zugehörige Hausübung den Umfang von 20 Seiten gesprengt hat hab ich von dem Thema auch ein wenig Ahnung. Aber das? Das sprengt den Rahmen irgendwie.

Bei Wand 1 wurde ich vom Prof auch noch so schlecht beraten, dass ich sie einfach weg gelassen habe. Eine Wand war nicht bemaßt, es war also nicht ganz klar wie sie nun für den Rest berücksichtigen soll oder nicht. Wegen ingenieursmäßigem Denken war für mich klar: lass sie weg. Da wollt ich aber sicher gehen und hab den Herrn gefragt. "Nee, die sollten Sie mitnehmen. Ich würd sie mitnehmen."

Was höre ich danach? Andere haben sie weg gelassen, haben gefragt und bekamen darauf hin Bestätigung vom Prof... Hallo? Gehts noch?

Von dieser Aufgabe habe ich also 2/3 gelöst.

Sollte alles korrekt sein wären das gerademal 62 %. Und soll ich euch was sagen? Ich würde damit wahrscheinlich einer der besseren sein. Es hieß, dass die Klausuren wieder schaffbar in der Zeit gestaltet würden, davon war heute aber mal wieder nichts zu spüren.

Wie dem auch sei... Freitag Geotechnik, und ich könnt kotzen. Wie ich da mit mehr als 0 Punkten rausgehen soll weiß ich nicht.



Vor zwei, drei Monaten wurde ich beim Einkauf im REWE noch nach dem Personalausweis gefragt. "Na, nehmen Sie das als Kompliment...". Ja, klar, aber witzig ist es dennoch.

Als ich vorhin im Bus hinter der Scheibe zum Fahrer saß und mir erschrocken selbst ins Gesicht blickte musste ich einfach mal ein Foto machen. Ich finde nämlich, dass derzeit nichts mehr jung an mir aussieht.

Eingef�gtes Bild


Aber bald, ja, bald sind ja Ferien ;)

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