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Mittwoch, 18. April 2012

History Blog #258

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Sonntag, 18. September 2011 - 18:52


Ursprünglicher Blogtitel: "Spiel mit dem Feuer"



In den letzten Tagen sagte Yvonne gelegentlich so etwas wie "ich solle immer das tun, was mich glücklich macht". Heute sagte sie das mit einer solchen Überzeugungskraft, dass sie sich wohl bewusst sein sollte, wie gefährlich derlei Aussprüche bei mir sind.

Euch ist es in den vergangenen 3,5 Jahren sicherlich nicht entgangen: ich bin recht labil (wenn ich das mal so untertreiben darf). Klar, gelegentlich lege ich etwas Ehrgeiz an den Tag, aber im Grunde hat sich an mir seit der Kindheit nichts geändert: ich weiß nicht so recht was mit einem "normalen" Leben anzufangen. Ich kann mir noch nicht vorstellen wie es ist bis 60+ jeden Wochentag ins Büro zu wackeln und dort Arbeit zu verrichten - egal in welchem Berufsfeld.

Was ich mir dagegen eher gut vorstellen kann ist "Freiheit", also an nichts direkt gebunden zu sein, immer offen für Neues, was mir so gerade in den Sinn kommt. Und solang da nichts ist: Videospiele ;)

Okay, das klingt alles etwas dramaturgisch-romantisch bis hin zu keine-Lust-auf-Arbeiten-Unterschicht-Fantasien. So solle man das auch bitte wiederum nicht verstehen. Ich würde schon nicht dem Staat auf der Tasche liegen, sondern ein Spendenkonto einrichten, von dem ich mir regelmäßig Neuanschaffungen finanziere :D

Aber mal Spaß beiseite: warum festlegen? Warum nicht lieber ein wenig den "african way of life"? Wenn ich kein Geld mehr habe geh ich arbeiten, wenn ich genug hab bleib ich wieder weg. Hm, auch doof, besonders wenn man in Richtung Altersvorsorge denkt.

Allgemein wohl eher ein schwieriges Thema. Also bleiben wir besser bei dem, wie es seit Generationen überliefert wird, hm?

Schade eigentlich... Ich hätte Lust zu zocken, dann mal zur Abwechslung was zu basteln oder zu bauen, dann mal wieder spielen und wenn es sich ergibt auch die Musik mal wieder zu Wort kommen lassen. Irgendwie stelle ich mir eine angenehme Zukunft... bunt und wechselhaft vor.

... weird, aye?

Dienstag, 17. April 2012

History Blog #257

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Mittwoch, 14. September 2011 - 6:10


Ursprünglicher Blogtitel: "Ich hätte Lust liegen zu bleiben."



Aaaach ja *gähn*

Ich bin hin und her gerissen zwischen Pflichtbewusstsein und einer relativ umfassenden geh-weg-Haltung. Letztere umfasst derzeit eigentlich alles, was "von außen" kommt oder irgendwie erforderlich ist, beispielsweise arbeiten, lernen, Thesis schreiben...

Ich hab halt echt einfach keinen Bock sondern viel mehr Lust zu leben.

So manch zynisches Zünglein mag nun behaupten, dass das was ich habe / gern tue kein Leben sei, doch das einzuschätzen mag jedem selbst überlassen sein ;)

Die Projektarbeit haben wir vor einigen Wochen erfolgreich beendet. Zumindest vermuten wir, dass wir erfolgreich waren, denn eine Benotung wird es erst nach einem abschließenden Koloqium geben. Da wir unserem Datenträger aber noch eine DVD-Hülle mit (zugegeben innerhalb von 5 Minuten improvisierten) Inlay gesponsort haben bevor wir ihn in den Briefkasten stopften hoffen wir einfach darauf, dass der Prof ebenso wenig Lust darauf hat wie wir... Unwahrscheinlich.

Seitdem ist mir das meiste recht Latte und ich kümmere mich lieber um alles andere. In Geotechnik auf der Nase gelandet zu sein hat mir nicht nur einen Sprung in mein eigenhändig gehauenes Standbild geschlagen sondern mir auch einen Großteil an Spaß am Studium genommen. Vermutlich ist das nur vorübergehend, doch derzeit habe ich keinerlei Lust dazu im kommenden Semester neue Dinge zu lernen - die können mir mit ihrem Wissen gern einmal gestohlen bleiben.

Die Klausur ist in 3 Wochen. Morgen in 3 Wochen, um genau zu sein. Darum hab ich ja zum Glück noch etwas Zeit...

Ich habe mich dafür entschieden mit einer f**k-you-Einstellung an das Fach heran zu gehen, allerdings einer "halbwegs gesunden". Ich will mich nicht verschließen, nur weil ich den Namen "Geotechnik" schon höre. Das ist jetzt zwei Jahre so gewesen, das musste einfach schief gehen, wenn man ein Fach so als Haken polarisiert. Außerdem will ich es einfach nicht mehr als solch unglaubliches Hexenwerk ansehen. Einige Dinge sind mir zum Glück noch von vor den Ferien in Erinnerung, die ich die letzten 2 Jahre nie verstanden hatte, und bei dem Rest will ich einfach das nötige Wissen aufbauen um sagen zu können "das hab ich schonmal gehört, das weiß ich einzuordnen" - und dann könnt ihr mich mal.

Ich habe keine Lust mehr auf diesen immer wiederkehrenden Stress, besonders nicht wegen einem Fach. Das wird sich künftig nicht umgehen lassen, aber ich will weg von diesem Dauerzustand.

Bachelorthesis? Ja, da war auch mal was... Status: unverändert. Ist mir momentan auch relativ egal, ehrlich gesagt. Ich muss asrbeiten, wir waren unterwegs bzw. hatten Besuch, jetzt muss ich erstmal Geotechnik beginnen und danach kann ich vielleicht mal wieder daran denken...

In den letzten Wochen ist irgendwie so viel passiert, dass mir das Studium wie ein großer, grauer Klumpen erscheint, der in meinem Leben liegt. Ich habe Freizeit gehabt, ich habe Freunde getroffen, mit alten Weggefährten vergangene Tage aufleben lassen, Familie erlebt und viel Raum für neues in mir schaffen müssen - und all das habe ich mir in den letzten 3 Jahren aufgrund von letzten Endes fehlgeschlagenem Ehrgeiz verwehrt.

Doch was habe ich davon, außer grauen Haaren und dem permanenten Gefühl allein, überfordert und nicht gut genug zu sein?



Ich habe keine Lust heute zu arbeiten. Ich könnte langsam einen Wiedereinstieg in Xenoblade Chronicles vertragen, aber das hätte sich heute morgen nicht gelohnt für weniger als ein Stündchen. Die Arbeit nervt mich derzeit. Entweder ich möchte eigenverantwortlich arbeiten oder (wie in diesem Fall) ich möchte bitte alles vorgekaut bekommen, um wenig Eigeninitiative an den Tag legen zu müssen, um genug Platz im Kopf für anderes zu haben. Dieses halb-gare "mach wie du denkst und wenn du fertig bist änderst du es nach meinen Wünschen noch 2 bis 5 mal" ist contraproduktiv und anstrengend.

Doch immerhin bin ich aus den negativen Stunden des vergangenen Monats schon wieder heraus, das ist immerhin ein Lichtblick.

Oder erholsamer Schlaf, das wäre auch mal Luxus.

Aber nun erstmal genug der Jammerei. Es ist 6:06 Uhr, ich mach mich jetzt langsam fertig, auf der Arbeit fließt immerhin der Kaffee in Sturzbächen (sofern man will) und ich vermute, dass ich in 11 bis 12 Stunden schon wieder daheim bin und dann erst morgen vormittag wieder dort hin muss. Das sollte also schaffbar sein.

Und bald ist ja Wochenende. Ich erwarte den Freitag freudig um mit einem "Leck mich" im Kopf aus dem Büro zu gehen. Nicht, weil es soooo grausam dort ist, sondern weil mir der Nerv für diese Art von Arbeit einfach nicht gegeben ist. Und dann ist erst einmal Wochenende.

So viel Zeit muss sein.

Montag, 16. April 2012

History Blog #256

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Montag, 29. August 2011 - 21:02


Ursprünglicher Blogtitel: "Zugzwang"



Mein Bruder schrieb mir kürzlich:

"Schreib mal was in dienem Blog, ich will was nettes, was neues, was langes lesen. ;)"

Gut, ähm... Würd ich ja gern ^^

Ich möchte für diesen Blog noch vorweg nehmen: er wird noch abwechslungsreicher nach hinten ;)

Die Sache dahinter ist folgendes: mich hier andauernd über das Studium auszulassen ist nicht Sinn und Zweck dieser Community. Klar lasse ich gelegentlich was darüber vom Stapel, aber nur dann, wenn ich mich gerade mal nicht unter Kontrolle habe.

Ferner haben meine Blogs seit etwa zwei Jahren immer so einen düsteren Touch, so etwas "unfröhliches". Das merkte ich im stillen sowie schriftlichen Feedback von euch, ich bekomme das gelegentlich von Yvonne gesagt (die das Problem übrigens auch im Privatleben mit mir seit einiger Zeit hat) und in stillen Momenten, wenn ich darüber nachdenke, weiß ich das auch selbst.

Seit gut 3 Monaten führe ich nebenher noch einen zweiten Blog, der sich ausschließlich mit meinem Studium befasst. Die letzten drei Monate habe ich annähernd täglich also hier in meinen Blogs gestöbert, die Exemplare das Studium betreffend heraus gesucht und dort erneut veröffentlicht.

Dabei ist mir noch bewusster geworden, wie ich mich verändert habe. Ich will das hier nun nicht zu weit ausführen, aber es ist doch tatsächlich deutlich, dass mit Beginn des 3. Semesters langsam aber sicher ein Arbeitstier aus mir wurde, sich mein Leben hauptsächlich um das Studium zu drehen begann und so viel anderes, so viel schönes und so viel ausgleichserforderliches mehr und mehr zu verstummen begann.

So Dinge wie "leben".

Darunter hat wohl alles zu leiden. Mein Spieltrieb, meine musikalische und kreative Ader, meine Freundin, meine Blogs und - das möchte ich betonen - ich wohl am meisten.

Ich will nicht sagen "das ändert sich ab sofort", denn man soll nur versprechen, was man halten kann. Aber es soll nun einmal erwähnt werden, dass nicht alle Dinge in meinem Leben immer nur grau bis schwarz sind und auch gelegentlich, wenn auch nicht so oft, tatsächlich mal ein Highlight passiert, dass nicht mit dem Studium zu tun hat.

Ich weiß nicht genau, was es aus der vergangenen Zeit alles zu berichten gibt, darum schreib ich die wenigen Dinge einfach einmal kurz und unzusammenhängend so auf, wie sie mir in Erinnerung kommen.

Hm...

Ende Mai muss es gewesen sein... Yvonne war unterwegs auf der Geburtstagsfeier einer Komillitonin, wenn ich mich recht erinnere. Ich saß daheim vor dem Rechner, quälte mich mit einer Projektarbeit herum und sah den Uhrzeigern an besagtem Samstag abend zu, wie sie sich 22.00 Uhr näherten, als ich eine SMS bekam.

Ganz spontan wurde mir mitgeteilt, dass die beste Band der Welt mal wieder einen Termin gefunden hat bei einem gemeinsamen Freund zu einem Grillabend aufzukreuzen.

Nein, nicht die Ärzte, die sind nur Praktikanten ;) Es handelte sich um meine Band, Quadrophonic Sound Experience. Da zur Vollständigkeit der Band natürlich auch der Bassist zählt gab man mir den Termin durch, ganz unverbindlich.

Da ich, um das Elend der Rechnerei zu ertragen, schon zwei oder drei Biere entleert hatte gab es eigentlich kein Halten mehr für mich. Sogleich schrieb ich Yvonne (die doch tatsächlich über 30 Minuten für eine Antwort brauchte) und informierte mich über Zugverbindungen etc. Hin, her, "ja", "nein", "bist du dir sicher?", "du sagst doch wir hätten keine Zeit!", "wenn die genauso sind wie die aus Wennigsen will ich das nicht!", "das ist sehr viel Geld für nur einmal Grillen" und weitere ähnliche Dinge kamen zur Sprache.

Da ich mich allerdings wie ein Schneekönig schon auf "meine Jungs" freute waren sinnvolle Argumente bei mir sowieso nicht mehr fruchtbar. Auch ihre letzten Argumente, die mich unter normalen Umständen wirklich zum Nachdenken angeregt hätten zogen nicht im mindesten ("du hast sie schon vor zwei Jahren zu deinem Geburtstag eingeladen und sie waren nicht ein Mal hier", "du hast sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen", "als wir letzten Sommer in Hannover waren haben sie nichtmal auf deine Nachrichten geantwortet").

Ich war mir sicher: sie versteht das nicht. Wie auch? Sie kennt bisher nur meine "Freunde" aus dem Heimatdorf und bei den Leuten würde ich all diese Argumente auch durchaus zählen lassen. Aber bei den Jungs ist das einfach was anderes...

Somit warf ich der Deutschen Bahn am Sonntag 125 €uro in den Rachen für zwei Fahrkarten Freitags hin, Samstags zurück und gab die Zusage gleich per SMS durch. Kurz danach erhielt ich einen ungläubigen Anruf von Dirk (Organisator und Gartenbesitzer, besagter guter Freund der Band). Doch, tatsächlich, wir werden da sein.

Einige Wochen später war es dann soweit. Wir pflanzten uns Freitags in den Zug mit nur dem nötigsten an Gepäck und machten uns auf die Reise. Gleich in der zweiten Zugverbindung gab es dann natürlich spielende Kinder im Gleisbettbereich, die uns über 90 Minuten Verzögerung und den Unmut auf Bahnreisen von Yvonne einbrachten, doch gegen 18 Uhr kamen wir dann doch "daheim" an. Ärgerlicherweise hatte ich nicht damit gerechnet, dass meine Mama so lieb sein wollte uns abzuholen, so hatte sie vorher vergeblich eine Stunde am Bahnhof auf uns gewartet.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nahmen wir ihren Wagen, den sie an diesem Abend ausnahmsweise für uns zur Verfügung stellen konnte, und mit den besten und liebsten Grüßen meiner Familie im Gepäck ging es nach Hannover, noch mit einigen Umwegen durch Stadtteile, die in Yvonne doch ein wenig Schönheitsgefühl für Hannover abgewinnen konnten.

Endlich am Ort des Geschehens angekommen standen wir vor verschlossener Tür, was allerdings abgesprochen war. Wir machten also anders auf uns Aufmerksam. Ich ging zum mannshohen Gartenzaun und machte mich bei Timo bemerkbar, der wenige Sekunden vorher angekommen war ohne uns zu bemerken.

Dieser Blick :D Als hätte er einen Geist gesehen. Der fiese Dirk hatte unser Kommen nämlich geheim gehalten und ihm war, wie ich unschwer erkennen konnte, damit ein Geniestreich geglückt.

Timo begrüßte uns herzlich, wir traten ein, gingen in den Garten und als Benny mich sah hatte ich im ersten Moment wirklich Angst. Er behandelte mich wie einen Fremden. Die ungläubigen Blicke im ersten Moment, so als würde er mich nicht kennen. Dann ein leichtes Dämmern, dass er mich doch schon einmal gesehen hat, dass wir eine bewegte Vergangenheit haben und die dementsprechend pflichtschuldige Umarmung.

Erst Minuten später nahm er mich erneut in den Arm und löste sich, weil er dann erst so richtig realisierte, dass ich tatsächlich ich bin und leibhaftig da war :happy:

Sebastian suchte ich leider vergeblich, da er am Vortag eine Nasen-OP hinter sich bringen durfte :(

Dirk selbst war als Gastgeber natürlich viel beschäftigt, daher liefen wir die ersten Stunden häufig aneinander vorbei. Und überhaupt, an so einem einzigen Abend mit noch weiteren Gästen ist es schwer, allen gerecht zu werden und alles zu berichten, was es zu erzählen gibt.

Johannes, unser Keyboarder aus der Anfangszeit, war auch da. Glücklicherweise verstehe ich mich heute besser mit ihm als damals. Er erzählte auch dieses und jenes, von "Atzenmukke" und goldenen Schallplatten und von einem kommenden Gig im Cocoon Club in Frankfurt.

Timo erfreute sich daran, dass er mit uns als mehr oder weniger WoW-lern endlich mal jemanden gefunden hatte, der "seine Sprache spricht". Auch in der Richtung gab es also Gesprächsstoff.

Der Rest des Abends liegt bei mir in ziemlichem Nebel, da ich diversen Bieren nicht abgeneigt gegenüber stand. Irgendwann verschwand ich im Haus, da ich Dirks Gitarre noch an gleicher Stelle vermutete wie vor drei Jahren. Das Stimmen fiel mir bereits sehr schwer und ich wusste, dass es aufgrund meines Zustands eigentlich eine schlechte Idee war.

Aber was sollte ich denn machen? Ich konnte nicht anders.

Von der folgenden Zeit gibt es Fotos und Videos, allerdings bekomme ich ein Ekelgefühl, wenn ich die Videos nur höre. Ich war äußerst betrunken und da ich meine Sangeskünste schon nüchtern für nicht ertragbar halte ist das nach so viel Alkohol doch ins unermessliche gestiegen. So herrlich laut und schief... Oo

Heute schäme ich mich dafür, aber an diesem Abend war ich glücklicherweise betrunken genug um einfach nur Freude zu empfinden. Ich hoffe nur, dass die anderen Anwesenden Gäste (die teilweise auch in Sachen QSE bewandert sind) die Lage richtig deuteten und uns nicht seither als lächerliche Kerls hinstellen!

Was auch an diesem Abend auf der Strecke blieb war Yvonne, doch sie war höflich genug mich meinen Spaß genießen zu lassen. Arme Frau :blush:

Wie sehr die Zeit verging merkte ich gar nicht. Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass ich die Gitarre etwa um elf holte und wir dann gute 2 Stunden Krach fabrizierten. Doch plötzlich lichtete sich die Gesellschaft mehr und mehr und es begann hell zu werden. Meine Frau verfrachtete mich ins Auto wo ich augenblicklich mit dem Brummen des Motors zu schnarchen begann und ließ sie sich (unter im Halbschlaf beteuerten Entschuldigungen) mehrfach in der unbekannten Stadt verfahren.

Die Heimreise am nächsten Tag wurde von unterwegs ja von mir mit einem Blog von meinem Smartphone aus bedacht, da wir mitten in den DGL-Streik einer Privatbahn hinein gefahren waren und ausschließlich mit einer Zusatzbuchung einer ICE-Fahrt wieder heraus kamen. "Höhere Gewalt", nicht erstattbar, also 190 €uro insgesamt für einen Abend Grillen mit der Band...

Ich würd es wieder tun, denke ich :happy:

Viele lose Verabredungen wurden an jenem Abend getroffen und ich hoffe inständig, dass wenigstens eine davon in den nächsten zehn Jahren stattfindet. Um ehrlich zu sein wäre es mein größter Wunsch, dass die Herrschaften sich noch einmal in dieser Wohnung hier zusammen finden, doch viel Zeit bleibt nicht mehr dafür, fürchte ich. Der wenige Platz reicht unseren Anforderungen nicht mehr aus und lange können wir nicht mehr hier bleiben :(

Tja, was gab es sonst noch bewegendes?

Mein älterer Bruder und ich bekamen bei dem Sommerbesuch meiner Mutter und meines jüngeren Bruders im letzten Jahr einen Stapel Lego geschenkt, in kleinen blauen Kisten, für jeden von uns 3 Sets. Und weil der Herr und necken wollte hat er die Teile natürlich durch beide Kisten verteilt.

Einige Zeit danach ließ ich mir eine tolle Idee für eine Vitrine oberhalb meines Schreibtisches einfallen, wo besagte Teile dann Einzug hielten. Bis heute bin ich ihm dazugehörige Berichterstattung sowie Fotos schuldig geblieben :/ Allerdings wird er sich kommende Woche davon dann ein eigenes Bild machen können, da er ein Wöchelchen zu uns zu Besuch kommt.

Eine Woche klingt erstmal viel, in Anbetracht der Dinge die man tun kann und möchte und sollte dann doch wieder wenig. Abzüglich Schlaf und planmäßiger, heimischer Nahrungsaufnahme geht schon einmal viel Zeit verloren. Dann ist er einen Tag mit Yvonne in Wertheim, wir wollen (müssen!) unbedingt ins Restaurant Shangrilla in Frankfurt (was einen ganzen Abend mit anschließender Totmannsstellung dauert) und hier in der Umgebung findet sich sicherlich auch noch eine Beschäftigung. Wenn man An- und Abreisetag einfach mal als "verschenkt" ansieht bleiben von 7 Tagen nur noch mehr oder weniger 3 Tage übrig. Das ist nicht viel Zeit.

3 Tage reichen gar nicht aus um Secret of Mana durchzuspielen, genug Guitar Hero zu schmettern, mein eDrum zu verschrotten, Filme zu schauen, zu quatschen, einzukaufen, einfach mal rumzusitzen oder in alle möglichen anderen Spiele reinzuschauen, die wir so haben.

Das klingt ja schon wieder nach Stress ;)

Von vorletzter bis letzter Woche waren wir einige Tage in Hannover. Das sollte man auch mal erwähnen. Seltsamerweise habe ich an vielen Tagen so lang geschlafen wie hier seit vielen Monaten nicht mehr. Zumindest die ersten Tage, gegen Ende bürgerte sich dann doch wieder 6:30 Uhr ein.

Nebenbei hab ich natürlich an meiner Bachelorarbeit schaffen wollen, habe einiges gerechnet, mir Gedanken gemacht und bin auch einen Tag aufgewacht und hatte einen sich biegenden Holzstab im Kopf und freute mich wie ein kleines Kind über die Ideen, die ich dazu im Kopf hatte. Meine Rechnungen haben mich natürlich alle nicht ans Ziel gebracht, aber ich ließ mich nicht aufhalten mir was neues zu überlegen. Schließlich hatte ich ja schon vor einigen Wochen ein Erfolgserlebnis.

Auf dem Rückweg sind wir in Marburg im Büro meines Profs vorbei gefahren und wir haben über eine Stunde miteinander gesprochen. Eingeleitet wurde das Gespräch etwa so:

"Wie sieht denn Ihr Zeitplan jetzt aus?"

"Da ich durch Geotechnik gefallen bin habe ich ehrlich gesagt gar keinen mehr. Ich bin etwas aus dem Tritt geraten durch diesen herben Rückschlag, bin aber jetzt terminlich relativ ungebunden."

"Aha, das ist gut. Ich hatte im Kopf, dass Sie noch dieses Semester fertig werden wollten. Als ich dann vor zwei Wochen bereits fast auf dem Kanu saß als ich Ihre Mail las wurde ich doch etwas nervös..."

Blicken wir zurück: zu besagtem Zeitpunkt hatte ich ihm meine Probleme mit den Normen geschildert, wir hatten uns auf etwas geeinigt und kurz darauf sendete ich ihm (nicht ohne einen gewissen Stolz) meine ersten Ergebnisse, die allerdings erstmal unkommentiert seinerseits blieben. Schließlich fuhr er gerade in den Urlaub.

Nach seiner Rückkunft schrieb er mir nur "wir sollten uns vielleicht einmal treffen". Das macht, um genau zu sein, wenig Mut. Und im Verlauf des besagten Gesprächs wurde mir immer bewusster, wie wenig ich eigentlich doch weiß, obwohl ich so viel über meine Thematik gelesen habe und wie ein Teufel rechnete.

Mit einstürzenden Neubauten im Rücken fuhren wir weiter, von Marburg über die A49 Richtung Darmstadt und genau und ein mächtig heftiges Gewitter hinein, dass in etwa so stark war wie meine Niedergeschlagenheit. Die LKW, die ich noch Minuten vorher überholt hatte, setzten genervt die Blinker, da ich durch den mächtigen Regen nicht mehr als 60 fahren konnte. Am liebsten wäre ich sogar noch langsamer gefahren, und während mich die Dicken überholten und mir ihr Fahrwasser über den Wagen verteilten wäre ich am liebsten stehen geblieben.

Doch irgendwann, nachdem wir um 11 Uhr aufgebrochen waren, einen Zwischenstopp in einem Gartencenter eingelegt hatten und auf der B3 von Kassel nach Marburg unnötig viel Zeit hinter LKW und an einer Baustellenampel verloren sowie 90 Minuten Aufenthalt in Marburg hatten, kamen wir um 19:30 Uhr daheim an. Das Nötigste hatten wir noch bei Aldi besorgt, die gröbsten Dinge wurden gleich ausgepackt und weggeräumt und somit kamen wir dann gegen 20:30 Uhr endlich zur Ruhe und den Ankunftsmeldungen bei unseren Eltern.

Den Rest des Abends erfreuten wir uns am Rumhängen auf der Couch vor dem Fernseher und dem Zuschauen, wie sich vier kleine und mordsputzige Mäuschen in ihrem neuen Heim einrichteten. Aus dem hannoverschen Gartencenter brachten wir sie mit um die Leere bei uns wieder etwas auszugleichen. Die hellgraue Hazle, die hellgrau-weiß gefleckte Cookie, die schwarz-weiß gefleckte Milka und die grau-braune Schoki.

Und das tollste an ihnen erlebten wir am kommenden Tag: die mittlerweile einsame Lady, unsere kleine weiße Maus, die in den letzten Wochen fast erblindet ist, ist sehr liebevoll in ihrer Mitte aufgenommen worden :happ:

Wo so viel Freude ist bleibt natürlich Leid nicht aus. Der kleine Terry, der letzte unseres hier verbliebenen Wurfs von vor gut zweieinhalb Jahren, hatte sich nicht mehr die Mühe gemacht in unserer Woche Abwesenheit das frisch gereinigte Terrarium neu einzurichten und lebte eigentlich nur noch liegend in der Nähe des Wasser- und Futternapfes, obwohl er beides kaum angerührt hat während unseres Urlaubs. Das kam für uns sehr überraschend, da er zwar entsprechend des Alters träge geworden war, aber trotzdem vor zwei Wochen noch unglaublich fit gewesen ist.

Gestern abend hatte ich ihn noch eine Viertelstunde in der Hand und musste traurig feststellen, dass er nicht einmal mehr genug Kraft hatte um sich richtig zu bewegen. Kurz nachdem ich ihn wieder zurück in sein Terrarium gesetzt hatte durfte er einschlafen :cry:

Das ist ein komisches Gefühl, ehrlich gesagt. Bei ihm hatte ich immer das Gefühl er würde ewig leben. Und dann war er auch noch der Letzte seiner Art, der hier bei uns war. Papi kam aus Hannover, er wurde hier gezeugt und geboren und nun endet diese Ära. Nur noch ein Zwerg aus diesem Wurf lebt nun noch, bei meiner Mama, in der Heimat.

Machs gut, mein kleiner Held. Ich werde dich vermissen, schließlich hast du die letzten zwei Jahre auf meinem Schreibtisch gestanden und warst meine rechte Hand.



Die Aktion "Was sammelst du" werde ich verpassen. So ein Mist, dabei hab ich so viel zu sammeln ^^ Ich werde das kommenden Monat vielleicht nachholen, wenn meine Cheffotografin mich dazu ermutigt :)

Was ich von "Ferrari Challenge Deluxe" halte konntet ihr im letzten Blog lesen. Auf dem Plan stand ursprünglich für diese Ferien "Other M" und "Twilight Princess" durchzuspielen (endlich mal!), was dann aber doch im Terminstress unterging und auch nichts werden wird.

Doch dann kam "Xenoblade Chronicles" und bisher bin ich nach 5 Stunden Spielzeit hellauf begeistert. Ein Firstlook-Blog dazu folgt in Kürze.

Doch, wie absolut hinterlistig: "The Legend of Zelda - Skyward Sword" ist für Mitte November angekündigt (und bereits vorbestellt ;) ) worden. Was zum Teufel soll ich denn noch alles machen? :D



Also meine Lieben... ihr merkt, ich bin etwas in Zeitnot. Hätte nicht gedacht, dass ich an diesem Blog über zwei Stunden zu schreiben habe bis hier, aber nun muss ich aufbrechen. Yvonne schreibt morgen Klausur und die nächsten 3 Stunden sind ihr versprochen, damit ich sie durch Lernkarten quäle...

Für wen von uns beiden das schlimmer wird bleibt noch abzuwarten ;)

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sonntag, 15. April 2012

History Blog #255

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Samstag, 27. August 2011 - 8:35


Ursprünglicher Blogtitel: "Retro vs. voll daneben"



Ich weiß gar nicht wann sich bei mir der Wechsel von Retro zu Oldschool vollzogen hat. Und mich würde mal interessieren, wo man den Schnitt zwischen Oldschool und verbohrt oder verkorkst setzen sollte.

Retro ist in meinen Augen, wenn man in gewisser Weise vergangenen Dingen anhängt. Oldschool ist dann, wenn man diese Dinge lebt. Und verkorkst ist man wohl, wenn man sich neuen Dingen verschließt.

Als ich jünger war hatten wir nicht die Möglichkeiten, dass wir alle Trends mitgehen konnten. Klamotten schon gar nicht, aber auch diverse andere Dinge. Während beispielsweise meine Klassenkameraden über Diablo und ähnliches sprachen hatten wir zuhause noch einen PC10 von Commodore stehen, auf dem das höchste der Gefühle noch Test Drive und Sim City waren. Jeweils das erste, wohlgemerkt.

So ging es dann auch weiter. Als meine Berufsschulkollegen von World of Warcraft zu sprechen begannen hatte ich noch einen Rechner, der gerademal mit Warcraft II zurecht kam.

Irgendwie stand ich also solchen Entwicklungen immer hinterher. Social Networks bildeten da natürlich auch keine Ausnahme. Als ich mit der Band aktiv war wunderte ich mich immer, warum so viele andere Bands eine Homepage hatten, die mit "myspace" begann, bis wir selbst eine Seite bei myspace hatten.

Mein Einstieg ins "myspacing" folgte dann auch irgendwann und für mich war das alles total neu. Und so viele, die man kannte, hatten auch ein myspace-Profil. So lang, bis es dort auf einmal wieder sehr still wurde und man überall nur noch was von "Studi" hörte. Was zum Geier sollte denn das nun wieder sein?!

Ich stellte fest, dass es sich dabei um ein "Studentenverzeichnis" handelt, also dachte ich mir, dass ich da nichts zu suchen habe. Schließlich war ich kein Student. Das war auch so die Zeit, als alle möglichen Leute von ICQ abwanderten, weil es so viele simplere Alternativen gab und andere Möglichkeiten in Kontakt zu bleiben.

Letzteres hatte ich aber nicht mitbekommen, also schaffte ich mir ICQ an als es eigentlich gerade out war. Als es wieder im Trend lag hatte ich es bereits wieder verworfen.

So war es immer und ging so weiter. Ich blieb bei Nintendo (was ich bis heute nicht bereue), während alle anderen zu Sony wechselten. Ich hielt am Rock fest, während in meinem Freundeskreis Techno und alle möglichen "neuen" Versionen von Rockmusik auf den Plan traten.

Ich schaffte mir ein Notebook an, mit größtmöglichem Monitor, als alle anderen Notebook-Besitzer gerade zur möglichst kleinen Variante wechselten, um es leichter transportieren zu können. Ich kaufte mir einen 22" Röhrenmonitor, als gerade Flatscreens im Kommen waren. Ebenso einen großen Röhrenfernseher, als deren Niedergang bereits beschlossene Sache zu sein schien.

Während alle Anderen freudestrahlend The Burning Crusade begrüßten dachte ich mir: "Du hast die alte Welt doch noch gar nicht ganz ausgekostet. Es ist ein Spiel, also spiel es so weiter und nutz es aus, bevor du dir ein 'neues' kaufst." Somit hing ich wieder zurück. Als dann Wrath of the Lich King eingeführt wurde machte ich meine ersten Schritte auf der Höllenfeuerhalbinsel. Und wieder war ich allein damit, Dinge neu zu entdecken, Spielmechaniken etc. für mich zu erschließen, während das für andere ein ganz alter Hut war und ich, trotz jahrelanger Erfahrungen im Spiel, trotzdem wieder als so ein Noob galt, der vom Spiel einfach keine Ahnung hat. "Questen toll finden? Was ist denn mit dem los..."

Man findet sich damit irgendwann ab, oder man hinterfragt es einfach nicht. Somit bleibt es dann dabei und man hängt ewig Trends hinterher. Ich hab einen super HD-Fernseher gekauft, als plötzlich nur noch 3D im Gespräch war.

Als ich mit dem Studium begann dachte ich mir: "Jetzt kannst du auch ins StudiVZ". Anfangs gabs da auch noch ein wenig zu entdecken. Schnell nach meinem "Einstieg" wurde es aber auch da wieder still. Plötzlich sprach man überall nur noch von "facebook". Was soll denn das nun wieder sein? Ein weiteres Netzwerk, was nach 2 Jahren in der Versenkung verschwindet? Nein danke, mir reichts jetzt.

Aber es ist nicht in der Versenkung verschwunden. Es wird immer größer - und mächtiger. Letzteres ist mittlerweile der Grund, warum ich da einfach nicht hin will. Das ist auch der Grund, warum ich am liebsten einen Bogen um alles machen würde, was mit Google zu tun hat - was ich dann natürlich doch nicht tue. Ich habe einen Youtube-Account (wobei ich schockiert war, als ich feststellte, dass die mittlerweile auch zusammen gehören), ich habe einen Google-Blog, einen eMail-Account und Google ist einfach meine Lieblingssuchmaschine, also mache ich tatächlich doch das genaue Gegenteil.

Alle paar Wochen gibt es wieder etwas, was im Internet und nicht zuletzt bei facebook wieder in die Hose gegangen ist.
- Leute setzen keine "Privat"-Häkchen und haben dann zum 16. Geburtstag halb Deutschland im Garten. Klar, sie ist selbst schuld. Oder ist nicht vielleicht doch das System etwas heimtückisch?
- Man meldet sich an und zwischen allen möglichen Informationen ist ein verstecktes Häkchen, mit dem man verhindern muss, dass alle bekannten eMails auf dem Rechner ausgestöbert werden. Ups, mein Chef hat eine Einladung von mir bekommen...
- Bilder können nicht komplett gelöscht werden? Das ist ja schön.
- Einen Account kann man nur einfrieren, nicht löschen?
- Daten werden gesammelt und keiner weiß genau wofür?
- Die "I like"-Buttons auf tausenden Homepages hängen da auch mit drin und werden nicht nur dazu benutzt, dass man den Freunden mitteilen kann, was man gern mag? Wer hätte das gedacht.

Mittlerweile kommt man aber fast gar nicht mehr um facebook herum, zumindest wenn man in manchen Dingen halbwegs aktuell sein möchte. Ich seh es bei Yvonne. Terminabsprachen und ähnliches mit ihren Komillitonen läuft nur noch da - wieso auch nicht, wenn es so gut finktioniert? Jedes Unternehmen hat seinen facebook-Account, Gewinnspiele gibt es nur noch dort, "aktuelle Informationen über XYZ erhalten Sie bei facebook". Bald gibt es auch nur noch Nachrichten im facebook, oder wie muss ich mir das vorstellen?

Und doch bin ich der Einzige (so scheint mir), den das so sehr nervt, dass er es einfach boykotiert.

Der Rechner läuft ununterbrochen, facebook ist geladen und man ist permanent erreichbar. Noch viel schlimmer: man muss mittlerweile permanent erreichbar sein. Die heutige Zeit ist so schnelllebig, dass man schon gar nicht mehr up to date ist, wenn man mal einen Tag nicht online ist.

Ist es Retro, wenn ich mich da auf eMails, SMS oder Telefonate berufe, wenn jemand etwas von mir will? Oder ist es schon Oldschool? Vielleicht auch gar verkorkst?

Ich muss doch nicht jedem Deppen, den ich mal gesehen habe, die Freundschaft anbieten. Was hab ich davon? Wer-kennt-wen, StudiVZ, facebook, das ist doch alles der gleiche Rotz in dieser Sache. "Hey, der ist jetzt reich und berühmt, den hab ich aber seit 5 Jahren auf meiner Freundesliste".

Klasse. Kriegst 'nen Loser-Keks.

Aber mach ichs denn anders? ;) Wusstet ihr, dass ein Berufsschulkollege von mir nach der Elektrikerausbildung erst bei seinem Ausbildungsbetrieb als Elektriker gearbeitet hat, der Vertrag dann in "Mädchen für alles" geändert wurde, er kurzfristig arbeitslos war und mittlerweile Busfahrer aus Leidenschaft ist? Und verlobt ist er auch. Klasse, oder? Das alles weiß ich, obwohl ich ihn seit meinem vorzeitigen Ausbildungsabschluss nicht mehr gesehen habe (und auch kein wirkliches Interesse daran habe).

Erinnert ihr euch noch an früher, als ihr in eurem Heimatdorf gewohnt habt und es euch genervt hat, wenn Oma, Mama, Nachbarn immer über alles im Dorf bescheid wussten und darüber geredet haben, dass "Müllers Friedl vom Trecker gefallen" ist?

Wo bitte liegt denn da der Unterschied?

Ich weiß bis heute nicht, was "Twitter" ist. Wahrscheinlich sowas wie ein "Ticker", nur mit persönlichen Informationen, gut gut... Und was ist ein "Feed"? Oder wirds gar mit "t" geschrieben? Was ist RSS?

Ich blick in der heutigen (Internet-)Gesellschaft so gar nicht mehr durch. Darum lass ich es meistens gleich und kümmer mich nur noch um meinen Rotz. Ich kann ja nichts ändern, ich kann nichts besser machen, ich hab keine Lust Informationen zu sammeln die ich nicht brauche (das passiert nämlich auf anderem Wege schon genug) und ich hab noch viel weniger Lust, dass mich Leute, auf die ich schon vor 15 Jahren keinen Bock hatte, heute virtuell wiedertreffen, mir kurz eine Kante ans Bein quatschen und dann doch nur in der imaginären Adresssammlung verrotten, weil man mal wieder feststellt: ich konnte dich nie leiden, so wenig wie du mich.

Und nachdem ich nun also all diese Türen zu gemacht habe und mich wieder in meiner Welt, mit meinen alten CDs, Spielen und Dingen aus vergangenen Tagen eingeschlossen habe bin ich zu dem Schluss gekommen:

Verkorkst, eindeutig :D

Samstag, 14. April 2012

History Blog #254

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Montag, 22. August 2011 - 23:56


Ursprünglicher Blogtitel: "Zuhause ist es doch am schönsten"



Wir sind gerade auf Heimaturlaub für mich. Hier ist es zwar immer genauso stressig wie zuhause, denn meine Mutter ist grundsätzlich von morgens bis nachts eingespannt so wie mein Bruder bis abends inkl. Überstunden zu schaffen hat und danach auch nicht mehr vor Energie protzt und es ist nunmal doch was ganz anderes als die (mittlerweile gewohnten) eigenen vier Wände, aber hier lässt es sich doch gut aushalten.

"Urlaub" ist natürlich übertrieben, denn wenn wir mal nicht gerade nahezu nichts tun haben wir natürlich genug Zeug dabei, was uns an die Uni/Hochschule erinnert, aber ein wenig Zeit zum Seele-baumeln haben wir uns trotzdem genommen.

Ich werkel an meiner Bachelor-Arbeit. Zumindest versuche ich es. Ich habe zwar schon ein Erfolgserlebnis bei meinen Rechnungen gehabt, dummerweise liegt das schon über eine Woche zurück, seitdem sitz ich auf dem Trockenen. An "Vorarbeit" für das Schreiben hab ich also leider erst ca. 1/6 geschafft.

Irgendwie muss ich nun noch auf der Heimreise am Mittwoch einen Zwischenstopp in Marburg einplanen, da mein Prof dort wohnt und erst am 30.8. wieder in der Hochschule ist. Wir haben die Wahl zwischen
1. früh aufstehen und losfahren, damit ich ca. um 12 bei ihm bin oder
2. ausschlafen, gegen 12 los und nach dem Termin bei Frankfurt im Feierabendverkehr steckenbleiben.
Herr Professor hat nämlich genau zwischen 13 und 15 Uhr einen Termin.

Und was mach ich in der Zeit mit meiner Frau? :/

Ich hatte mir vorgenommen in diesen Ferien endlich Zelda - Twilight Princess, Metroid: Other M, Lego Harry Potter und irgendwas anderes tolles zu spielen und, ganz wichtig, durchzuspielen. Aber bisher stehen die Chancen dafür schlecht. Zeit ist irgendwie keine.

Immerhin ist unsere Projektarbeit letzte Woche fertig geworden, bis auf die Datenverwaltung, die Abgabe und ein kurzes Koloqium ist das also endlich vom Zettel :happy:

Womit ich mich allerdings die letzten Wochen nach dem Aufstehen (und gelegentlich auch anderweitig) beschäftige ist Ferrari Challenge Deluxe. Eine Rennsimulation, die eines Tages noch einen eigenen Rezensions.Blog verdient hat. Es sei soviel gesagt, dass es die ernstzunehmendste Rennsimulation seit Racing Simulation 2 auf dem N64 für mich ist.


Eingef�gtes Bild


Was gab es sonst noch? Hm, tja, ein Gamerelease, bei dessen Promo-Video auf Amazon ich doch tatsächlich nasse Finger bekam und es mir unbedingt vorbestellen musste. 



Xenoblade Chronicles, ich bin gespannt, was da seit Freitag in der örtlichen Poststelle auf Abholung wartet. 250 Quests, 50 Stunden Spielzeit, das klingt doch alles sehr danach, als würde es mir sehr gelegen kommen!

Fehlt nur dir Zeit dazu, aber eines Tages... ;)

Bis dahin bin ich erstmal ganz froh, dass ich mir im letzten Jahr doch das Super Mario World Remake des SNES Klassikers für den GameBoy Advance, Super Mario Advance 2, gekauft habe. Da lohnt es sich wenigstens auch mal für nur wenige Minuten einzuschalten.

Nur leider sind die 96 Level in 5 Stunden gegessen :clap:

So, nachdem es eben was fürs Auge gab bekommt ihr abschließend noch was aus dem Spiel fürs Ohr. Mir gefällts.

Wenn ich eines Tages Zeit finde mich dort reinzufinden werde ich gern berichten.



Grüße aus dem Norden.

Freitag, 13. April 2012

History Blog #253

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Dienstag, 9. August 2011 - 19:34


Ursprünglicher Blogtitel: "Fail"



Drei Jahre Studium hab ich mir den Arsch aufgerissen und, wie es der Zufall so will, die letzte Klausur hat mich gefickt. Geotechnik ist ein Arsch.

Eine schöne, runde und herzzerreißende 5,0 lächelte mich heute morgen an. Woher sie kommt weiß ich nicht, sie steht einfach da.

Die Klausur war einfach. Ganz ehrlich, sie war wirklich einfach. Ich konnte nicht alles, geb ich gern zu, aber bei einer so einfachen Klausur verstehe ich nicht, wieso der Notenschnitt bei 3,95 liegt, wieso es also gerademal eine handvoll Leute geschafft hat zu bestehen, und wieso zum Geier das ganze so überhaupt durch geht.

Und warum ich mir den Arsch aufgerissen habe, Tag und noch öfter bei Nacht, um die Regelstudienzeit von 6 Semestern einzuhalten, wenn es dann an einer einzigen Klausur hängt. Diese eine einzige Klausur kostet mich runde 5000 €uro (6 Monate BAfög-Höchstsatz als vollverzinsliches Darlehen, da ich länger als die Regelstudienzeit gebraucht habe). Und einen riesigen Schwung an Selbstbewusstsein. Ich habe mich schon fast wie ein Ingenieur gefühlt, wie ein richtig guter Typ, der auch mal was erreicht, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Die Vorstellung, nun erst ab Oktober (vielleicht) alles hinter mir zu haben und mich dann ab Februar "Ingenieur" nennen zu dürfen reizt mich, ehrlich gesagt, kein beschissenes Stück weit.

Ironie dabei: der 7-semestrige Bachelor, den die Hochschule ab Oktober ausschließlich anbietet (mein 6-semestriger Bachelor ist schon wieder ein Auslaufmodell), beinhaltet nicht einmal Geotechnik 2 als Pflichtfach.

Ich wünschte ich könnte heulen, aber ich kann nicht einmal richtig wütend oder verzweifelt sein. Ich möchte einfach nur noch schlafen.

Donnerstag, 12. April 2012

History Blog #252

Die Reihe "History Blog" besteht aus Kopien aus meinem eigentlichen und aktuellen Blog, in dem ich alles raus lasse. Die Blogs, die von dort hier herüber wandern, drehen sich ausschließlich im weitesten Sinne um das Studium und sollen einen Einblick auf mein Leben bis zum Studienabschluss an der Hochschule Darmstadt vermitteln.

Bis ich die Gegenwart erreiche wird hier täglich ein History Blog neu veröffentlicht.




Erstveröffentlichung: Montag, 8. August 2011 - 21:10


Ursprünglicher Blogtitel: "Erstens kommt es Bachelor, und Thesis als man denkt"



Gestern wollte ich mich so richtig in die ersten Zeilen meiner Bachelor-Arbeit werfen. Am Nachmittag war ich mit der Einleitung - natürlich nur der vorläufigen Version, Einleitungen ändern sich immer, wenn man noch nicht genau weiß, was überhaupt passieren soll - weitestgehend durch. Ausbaufähig, aber immerhin schon einmal etwas mehr als eine halbe Seite, Schriftgröße 11, Zeilenabstand 0.

Ich hatte mich bereit erklärt Johannes' Thesis Korrektur zu lesen. Er und Klaus hatten heute Abgabetermin. Gegen 19 Uhr rief mich Johannes an und fragte nach den Formatierungen in Word, besonders Was Überschriften, Verweise und Ähnliches angeht. Sollte eigentlich nicht schwer sein, aber für jemanden, der nicht mit Word vertraut ist, kann das eine oder andere Wort schon hilfreich sein.

Im Verlauf des Gesprächs merkte ich schon, dass er nicht so richtig gut drauf war. In den letzten drei Tagen vor der Abgabe hatte sich natürlich noch einmal alles an seiner Aufgabe geändert - Professoren machen es möglich. Das ließ ihm nicht nur graue Haare wachsen sondern sie auch gleich ausfallen.

Er wollte sich gegen halb 10 noch einmal melden...

Gegen halb elf schrieb er, dass ich nicht auf ihn zu warten bräuchte. Ich antwortete, dass er mir Fragen etc. noch nachts schicken könnte, ich hätte zwischen 5 und 7 Zeit darauf einzugehen, bevor ich zur Arbeit muss.

Als ich nach dem Aufstehen noch keine Mail von ihm hatte war mir klar: die arme Sau ist noch immer nicht fertig.

Und tatsächlich, als ich ihn vorhin um halb 12 in der Hochschule sah konnte ich meinen Augen kaum trauen. Johannes ist ein hübscher Kerl, aber heute war er einfach nur abgrundtief hässlich, übernächtigt, eine sagenhaft unglaubliche Mischung aus eingefallen und aufgedunsen. Sowas kommt davon, wenn man seit über 30 Stunden wach ist und permanent gearbeitet hat.

Klaus sah zwar besser aus, meinte aber, dass er in den letzten vier Jahren an keinem Tag fertiger gewesen sei als heute.

Johannes meinte, dass er noch nie gestresst gewesen sei in seinem Leben (was man ihm auch anmerkt, er ist ein immer fröhlicher Kerl, gelassen, witzig, sehr klug... ihm fliegt alles zu), aber derzeit gehe er auf dem Zahnfleisch und sei ein nervliches Wrack. Das konnte man auch sehen.

Ende vom Lied: alle anwesenden, von Studenten über die Besetzung des Prüfungssekretariats bis hin zum Professor, waren sich einig, dass eine Abschlussarbeit das stressigste am gesamten Studium ist.

...

Ich bin gestern abend an einen Punkt gelangt, an dem ich wahnsinnig enttäuscht vom Bauwesen war. Denn all das, was ich erlernen konnte über mein Thema, basiert auf einer DIN, die so nicht mehr existiert und teilweise geändert wurde. Die Lehrbücher dazu erscheinen erst in den kommenden Monaten/Jahren, somit ist für mich nicht nachvollziehbar woher denn überhaupt kommt, was da steht. Ich habe keine Ahnung, was ich mir da noch einfallen lasse.

Wenn ich mir allerdings nochmal auf der Zunge zergehen lasse, dass der Abschluss das stressigste im gesamten Studium sein soll, ich aber seit drei Jahren schon immer mal wieder ordentlich auf dem Zahnfleisch gehe... Eingef�gtes Bild

Aber naja, noch hab ich ja fast zwei Wochen Zeit die Flinte ins Korn zu werfen :D