Es ist immer komisch morgens mit Nachwuchs. Manchmal wacht die Dame auf und ist einfach nur fröhlich, manchmal weniger. Dann gibt es Tage, an denen Papa ins Zimmer kommt und sie sich freut, an anderen fängt sie an zu zicken, weil sie entweder gar nicht will, dass jemand im Zimmer ist oder aber Mama sie aus dem Bett holen soll. Und umgekehrt gibts das auch.
Die größten Zickereien liegen schon mehrere Wochen zurück und derzeit freut sie sich sogar sehr, wenn ich morgens rein komme. "Wollen wir die Mama wecken gehen?" - "Neeeein, leeesssseee!" Okay, dann eben Sofa und ein Buch.
Gestern morgen gab es Tränen, weil Papa nicht da war. Und zwar ehrliche, keine Diva-Tränen.
Heute morgen wandte sie von sich aus eine neue Vokabel in ihrem Wortschatz an und ich kann mir genau den Klang ihrer Stimme vorstellen, wie sie sich um den Schnuller (den sie wohl noch nicht ablegen wollte) herum manövriert.
"Papa beiten?"
Ja, mein Schatz, Papa ist heute leider wieder arbeiten.
Der Bachelor (B. Eng., Prüfungsordnung 2006) sowie Master of Engineering (M. Eng., Prüfungsordnung 2011), die Hochschule Darmstadt und das Studienfach Bauingenieurwesen - von einem "Insider" über diverse Semester berichtet. Alles rund um das Studium, also ein wenig Alltag, ein wenig Anforderungen, ein wenig Angst, ein wenig Lob, ein wenig Gemecker, ein wenig finanzielles, die Studentenwohnung und mit Kind studieren.
Donnerstag, 3. April 2014
Vaterschaft
Mittwoch, 2. April 2014
Bachelorthesis der Neuzeit
Gestern gabs eine Mail an den Verteiler unseres Obersten der Baukonstruktion, bei der ich richtig neidisch bin, dass ich mit meiner Bachelorthesis schon fertig bin.
Sehr geehrte Studierende,
Sehr geehrte Studierende,
der Ziegelverband "Unipor" beabsichtigt bis zur Messe "Bau 2015"
eine App für Android und iphone zu erstellen. Diese App soll als
wesentlichen Bestandteil einen U-Wert Rechner beinhalten. Um diesen
U-Wert Rechner herum sollen weitere Anwendungen aus dem Mauerwerksbau
angeordnet werden. Als fachliche Unterstützung wird ein(e) Studierende(r)
gesucht, die im Rahmen einer Bachelorthesis die fachlichen Impulse liefern
soll. Es sind nur fachliche Kenntnisse aus dem Bauingenieurwesen nötig. Für
die Programmierung und das Design sind professionelle Firmen eingebunden.
Beginn der Bachelorthesis soll ca ab Juni/Juli sein. Der fachliche Austausch
findet in München statt. Hierzu ist es erforderlich ca 5x mal nach München zu
reisen. Die Kosten werden hierfür übernommen.
Wer in Interesse an einer solchen Arbeit hat, kann sich bei mir melden, um
weitere Informationen zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Ich wollte mir ja schon längst mal eine Eingabemaske für Excel bauen, mit der man vergleichsweise schnell sowas abhandeln kann.
Aber Excel war gestern, willkommen in der Neuzeit!
Und da wurde ich noch belächelt, dass ich mir für mein Smartphone diverse Apps, Rechenhilfen, Material- und Querschnittsdatenbanken heruntergeladen habe...
Montag, 17. März 2014
Ironie
Ich bekam heute eine Mail von myspace, "your photos are back". Man hat wohl Datenbanken durchwühlt, hofft das Portal sei noch nicht ganz tot und versucht dadurch wieder Kunden zurückzugewinnen.
Zu einer Zeit, als es noch so ziemlich keinen Webspace irgendwo für Dummdödel wie mich gab, habe ich Bilder, die ich irgendwo anders bloggen wollte, bei myspace öffentlich zugänglich gemacht und von dort aus verlinkt.
Und nachdem es nun wieder aus der Versenkung auferstanden ist (und ich witzigerweise vor einigen Tagen auch an diesen Blog denken musste), muss ich hier einfach eine Berechnung für eine Holzbrücke aus World of Warcraft posten, die ich vor ziemlich genau sechs Jahren gemacht habe...
...bevor ich überhaupt wusste, dass ich Bauingenieur werde. Das fand ich unheimlich ulkig vorhin. Was waren das doch für Zeiten, bevor man von Teilsicherheitsbeiwerten und diversen verschiedenen Nachweisen wusste sondern schlichte Technische Mechanik als ein Allheilmittel ansah...
Passend zum Thema: Heute war Klausur in Brückenbau. Ich hätte deutlich besser sein können und hab mich am Ende auch geärgert, aber ich hatte einfach keine Lust mich so richtig zu hetzen. Ist okay, ich komm klar.
Die letzte Klausur meines Studentendaseins...
Zu einer Zeit, als es noch so ziemlich keinen Webspace irgendwo für Dummdödel wie mich gab, habe ich Bilder, die ich irgendwo anders bloggen wollte, bei myspace öffentlich zugänglich gemacht und von dort aus verlinkt.
Und nachdem es nun wieder aus der Versenkung auferstanden ist (und ich witzigerweise vor einigen Tagen auch an diesen Blog denken musste), muss ich hier einfach eine Berechnung für eine Holzbrücke aus World of Warcraft posten, die ich vor ziemlich genau sechs Jahren gemacht habe...
...bevor ich überhaupt wusste, dass ich Bauingenieur werde. Das fand ich unheimlich ulkig vorhin. Was waren das doch für Zeiten, bevor man von Teilsicherheitsbeiwerten und diversen verschiedenen Nachweisen wusste sondern schlichte Technische Mechanik als ein Allheilmittel ansah...
Passend zum Thema: Heute war Klausur in Brückenbau. Ich hätte deutlich besser sein können und hab mich am Ende auch geärgert, aber ich hatte einfach keine Lust mich so richtig zu hetzen. Ist okay, ich komm klar.
Die letzte Klausur meines Studentendaseins...
Samstag, 8. März 2014
Game Over
Also nicht, dass irgendwas richtig vorbei wäre. Außer vielleicht meiner Motivation auf ständiges switchen zwischen Studentenbetrieb, Arbeitnehmer und Vater. Da ist einfach eine Komponente zuviel drin, finde ich.
Meine Praktikumszeit geht gen Ende und es stehen also weitere Schritte an.
- Lernen für die Klausur Brückenbau.- Mehr oder minder nahtloser Übergang von Praktikum in Nebenjob bei gleichem Ingenieurbüro mit anderen Arbeitszeiten.
- Bearbeitung des Holbau Projektes.
- Erstellen der Abschlussunterlagen für das Praxismodul.
- Schreiben der Master Thesis.
In der Reihenfolge.
Am ersten Punkt auf der Liste kann man ableiten, warum ich jetzt hier sitze und einen Blog verfasse: ich sollte eigentlich lernen...
Was auch noch als erwähnenswert genannt sein sollte ist die in Aussicht gestellte Option der Übernahme im Büro nach dem Studienabschluss. Sofern zu Beginn meiner Bewerbungsphase natürlich die Auftragslage stimmt, was ich auch nachvollziehen kann, denn jemand einzustellen, obwohl keine Arbeit da ist... Ich mache nun keine Luftsprünge wegen den Aussichten, denn als Mann und besonders als ich ist alles, was nicht gerade vor mir steht und greifbar ist surreal bzw. nicht existent, aber ich war doch nach dem Gespräch am Donnerstag mit meinen Chefs sehr gelöst.
Nicht, dass ich vorher sonderlich angespannt gewesen wäre, ich habe wohl langsam ein Alter erreicht, in dem man Erforderlichkeiten als eben solche hinnimmt und sich daher keinen Kopf mehr darum macht und mit offenen Karten spielt, denn nur so bleibt man sich selbst treu und kann jedem zur Zufriedenheit gereichen.
Vielleicht liegt es auch nicht am Alter, sondern am Stresslevel, denn ich habe einfach keinen Kopf und vor allem keine Kraft mehr dazu, mich jedem als möglichst bequem darzustellen.
Oder aber, was das wahrscheinlichste ist, ich habe den Reifegrad eines 15-jährigen überwunden und bin etwas in der Welt der Erwachsenen angekommen - wobei Michael das vermutlich dementieren würde, da ich gestern in der Hocke mit dem Rücken an die Wand gepresst, mit erhobenen und eine Waffe stilisierenden Händen in sein Büro kam, während ich dazu das Thema von Mission Impssible pfiff.
Mit identischer Haltung (also mit der beruhigten Offenheit, nicht im stealthmode) ging ich vor zwei Wochen in das Meeting mit meinem "Bachelor-Vater", da ich auf Schnupperkurs gehen wollte, was er mir in Sachen Holzbau an Themen vorschlagen könnte. Das Gespräch war cool und ich schämte mich auch nicht zuzugeben, wenn ich was nicht verstand oder von irgendetwas keine Ahnung hatte. So sollte man es ja auch machen, oder?
Ich bin noch unschlüssig, ob wir von den Interessen im Holzbau eine richtige Schnittmenge für ein Thema der Master Thesis haben, aber ich schätze es gäbe da schon einige Bereiche, die aneinander anschließen und sich kombinieren lassen.
Also der Bereich der Arbeit steht schon einmal fest, alles weitere sehe ich, wenn ich ein Stückchen meines Berges abgearbeitet habe und wieder etwas mehr Raum für weiterführende Gedanken habe.
Und nebenbei läuft gerade Bullet for my Valentine und ich bekomme einfach nur richtig Lust mich aufs Sofa zu verkrümeln (oder noch viel besser in einen RaceRoom!) und einige Stunden Runden in Gran Turismo zu drehen.
Meine Praktikumszeit geht gen Ende und es stehen also weitere Schritte an.
- Lernen für die Klausur Brückenbau.- Mehr oder minder nahtloser Übergang von Praktikum in Nebenjob bei gleichem Ingenieurbüro mit anderen Arbeitszeiten.
- Bearbeitung des Holbau Projektes.
- Erstellen der Abschlussunterlagen für das Praxismodul.
- Schreiben der Master Thesis.
In der Reihenfolge.
Am ersten Punkt auf der Liste kann man ableiten, warum ich jetzt hier sitze und einen Blog verfasse: ich sollte eigentlich lernen...
Was auch noch als erwähnenswert genannt sein sollte ist die in Aussicht gestellte Option der Übernahme im Büro nach dem Studienabschluss. Sofern zu Beginn meiner Bewerbungsphase natürlich die Auftragslage stimmt, was ich auch nachvollziehen kann, denn jemand einzustellen, obwohl keine Arbeit da ist... Ich mache nun keine Luftsprünge wegen den Aussichten, denn als Mann und besonders als ich ist alles, was nicht gerade vor mir steht und greifbar ist surreal bzw. nicht existent, aber ich war doch nach dem Gespräch am Donnerstag mit meinen Chefs sehr gelöst.
Nicht, dass ich vorher sonderlich angespannt gewesen wäre, ich habe wohl langsam ein Alter erreicht, in dem man Erforderlichkeiten als eben solche hinnimmt und sich daher keinen Kopf mehr darum macht und mit offenen Karten spielt, denn nur so bleibt man sich selbst treu und kann jedem zur Zufriedenheit gereichen.
Vielleicht liegt es auch nicht am Alter, sondern am Stresslevel, denn ich habe einfach keinen Kopf und vor allem keine Kraft mehr dazu, mich jedem als möglichst bequem darzustellen.
Oder aber, was das wahrscheinlichste ist, ich habe den Reifegrad eines 15-jährigen überwunden und bin etwas in der Welt der Erwachsenen angekommen - wobei Michael das vermutlich dementieren würde, da ich gestern in der Hocke mit dem Rücken an die Wand gepresst, mit erhobenen und eine Waffe stilisierenden Händen in sein Büro kam, während ich dazu das Thema von Mission Impssible pfiff.
Mit identischer Haltung (also mit der beruhigten Offenheit, nicht im stealthmode) ging ich vor zwei Wochen in das Meeting mit meinem "Bachelor-Vater", da ich auf Schnupperkurs gehen wollte, was er mir in Sachen Holzbau an Themen vorschlagen könnte. Das Gespräch war cool und ich schämte mich auch nicht zuzugeben, wenn ich was nicht verstand oder von irgendetwas keine Ahnung hatte. So sollte man es ja auch machen, oder?
Ich bin noch unschlüssig, ob wir von den Interessen im Holzbau eine richtige Schnittmenge für ein Thema der Master Thesis haben, aber ich schätze es gäbe da schon einige Bereiche, die aneinander anschließen und sich kombinieren lassen.
Also der Bereich der Arbeit steht schon einmal fest, alles weitere sehe ich, wenn ich ein Stückchen meines Berges abgearbeitet habe und wieder etwas mehr Raum für weiterführende Gedanken habe.
Und nebenbei läuft gerade Bullet for my Valentine und ich bekomme einfach nur richtig Lust mich aufs Sofa zu verkrümeln (oder noch viel besser in einen RaceRoom!) und einige Stunden Runden in Gran Turismo zu drehen.
Dienstag, 4. März 2014
Man machts doch auch gerne
Vor kurzem bekam ich den Link zu einem Artikel in der Zeit geschickt. Nachdem ich das gelesen hatte leitete ich es auch einfach mal an meinen Bruder weiter, selbst noch kinderlos, aber auch er fand ihn gut.
Ich empfehle jedem, egal ob schon Kinder da sind oder nicht, den Artikel mal zu lesen, einfach um vielleicht ein wenig das eigene Verständnis für die heutige Zeit und den Unterschied zur Zeit unserer Eltern zu erweitern oder sich Bestätigung zu holen. Außerdem ist es für das Verständnis dieses Blogposts erforderlich.
Zusammengefasst heißt es dort: Wir sind allesamt gestresst durch das Familienleben und die Vereinbarkeit mit Beruf und besonders Karriere. Den Artikel schrieb ein Mann, daher beziehe ich mich jetzt auch mal auf mein männliches Weltbild, aber ich glaube, für Frauen der Neuzeit ist das ebenso ansetzbar.
Wir wollen Karriere machen und gutes Geld verdienen, andererseits wird es heutzutage ja geradezu erwartet, dass man ein vorbildlicher Vater ist, der auf Schulaufführungen dabei ist, Zeit zum Spielen hat, am Wochenende den Kopf frei hat und all solche Sachen. Man will einfach alles, denn heutzutage gibt es ja diese Trennung nicht mehr, dass die Frau Heim und Kind hütet, der Mann arbeiten geht und das Heimwerken erledigt. Die Grenzen sind verwischt oder ganz getilgt, Frauen gehen ebenso arbeiten und sind ehrgeizig im Beruf, Männer wünschen sich auch eine Bezugsperson für die Kinder zu sein, zu wissen wie man dem Kind die schlechte Laune austreibt oder welcher fest eingespielte Ablauf jetzt dran ist, wenn der Puppe das Bein weh tut, das Kind mit dem simplen Wort "hoch" vor der Anrichte in der Küche steht oder sonst eine Eigenart ihren Lauf nimmt, der man als Mann nur entsprechen kann, wenn man das nahezu prähistorische Familienbild überwunden hat.
Der Artikel bringt es besser auf den Punkt als ich es könnte. Wir sind gestresst davon, Eltern, Arbeitnehmer und Partner zu sein. Und dieser Stress ist kaum in Worte zu fassen.
(...)
Ich habe diesen Post seit etwa 4 Wochen "in der Mache", mich aber nun dagegen entschieden, meine seitenlange Aufzählung über meinen Tagesablauf zu veröffenlichen. Das
a) interessiert niemanden,
b) kann man als Außenstehender sowieso nicht mit mehr als einem "ja, verstehe ich" nachvollziehen und
c) langweilt es auf Dauer, das ewig gleiche Gejammer zu hören. Es ermüdet mich ja selbst.
Aber eben diese gesamte Thematik ermüdet mich als solches auch.
Was ich jedoch an dem Artikel vermisse ist nicht etwa die Lösung des Problems, denn auch da ist der Artikel aussagekräftig: die gibt es einfach nicht. Die Zeiten haben sich gewandelt und das Familienleben ist nun einmal heutzutage dieser Spagat. Mir fehlt etwas ganz essentielles darin:
Man macht es doch auch gern.
Zumindest in den meisten Fällen.
Es geht nicht darum, dass einem der Job auch bis in die Freizeit nachläuft, ob nun Journalist, Informatiker oder Bauingenieur. Es geht auch nicht darum, dass man in vielen Branchen - und besonders dann, wenn man anstrebt, Aufstiegschancen aufzutun - die Dinge nicht einfach zum Feierabend ruhen lassen kann um Familienmensch zu sein. Es geht doch darum, dass man ja auch will, dass der Job einen braucht. die meisten Menschen wollen nicht einfach ein Niemand sein, der in der Masse untergeht.
Und was wurde denn aus "man muss einen Job machen, der einen glücklich macht und erfüllt, sonst sind es ganz schön lange 35 bis 45 Jahre bis zur Rente, die einen fertig machen"? Was macht man denn für Dinge, die erfüllend sind und Spaß machen? Richtig: mehr als nötig.
Die Kombination aus all dem lässt für mich nur einen Schluss übrig: früher war alles besser.
Blödsinn! Aber früher war alles irgendwie klarer, strukturierter, eindeutiger. Wenn ich Geschichten darüber höre, "ich hab mit den Leuten aus der Firma nie was gemacht. Wenn man mich fragte, ob ich mitkäme sagte ich das Wochenende gehöre nur meiner Familie", tja, was soll ich denn da noch sagen? Das ist löblich, wirklich. Und vermutlich auch erstrebenswert. Das kann man sich vielleicht auch in manchen Branchen leisten. Aber sobald der Faktor Zeit in einem Beruf ins Spiel kommt, wars das leider. Dann noch die Freude am Beruf dazu und die Tatsache, dass man gelegentlich auch mit mehr Menschen als denen in den eigenen vier Wänden zu tun haben will, man aber außer Arbeitskollegen sonst niemanden mehr in seinem Leben hat - overkill.
Ich weiß nicht, wo das hinführen wird. Wie soll der Mensch die Verantwortung dafür übernehmen, was er sich da selbst eingebrockt hat? Wie soll man mit reinem Gewissen man selbst bleiben und sich verwirklichen, dabei aber die Familie an oberster Stelle behalten und stets das sein, was man selbst von sich erwartet?
Eigentlich sollte mich dieser Artikel beruhigen, dass es auch anderen Menschen so geht und ich nicht allein mit meinen inneren Krämpfen bin. Ehrlich gesagt schlafe ich seitdem allerdings deutlich schlechter.
Ich empfehle jedem, egal ob schon Kinder da sind oder nicht, den Artikel mal zu lesen, einfach um vielleicht ein wenig das eigene Verständnis für die heutige Zeit und den Unterschied zur Zeit unserer Eltern zu erweitern oder sich Bestätigung zu holen. Außerdem ist es für das Verständnis dieses Blogposts erforderlich.
Zusammengefasst heißt es dort: Wir sind allesamt gestresst durch das Familienleben und die Vereinbarkeit mit Beruf und besonders Karriere. Den Artikel schrieb ein Mann, daher beziehe ich mich jetzt auch mal auf mein männliches Weltbild, aber ich glaube, für Frauen der Neuzeit ist das ebenso ansetzbar.
Wir wollen Karriere machen und gutes Geld verdienen, andererseits wird es heutzutage ja geradezu erwartet, dass man ein vorbildlicher Vater ist, der auf Schulaufführungen dabei ist, Zeit zum Spielen hat, am Wochenende den Kopf frei hat und all solche Sachen. Man will einfach alles, denn heutzutage gibt es ja diese Trennung nicht mehr, dass die Frau Heim und Kind hütet, der Mann arbeiten geht und das Heimwerken erledigt. Die Grenzen sind verwischt oder ganz getilgt, Frauen gehen ebenso arbeiten und sind ehrgeizig im Beruf, Männer wünschen sich auch eine Bezugsperson für die Kinder zu sein, zu wissen wie man dem Kind die schlechte Laune austreibt oder welcher fest eingespielte Ablauf jetzt dran ist, wenn der Puppe das Bein weh tut, das Kind mit dem simplen Wort "hoch" vor der Anrichte in der Küche steht oder sonst eine Eigenart ihren Lauf nimmt, der man als Mann nur entsprechen kann, wenn man das nahezu prähistorische Familienbild überwunden hat.
Der Artikel bringt es besser auf den Punkt als ich es könnte. Wir sind gestresst davon, Eltern, Arbeitnehmer und Partner zu sein. Und dieser Stress ist kaum in Worte zu fassen.
(...)
Ich habe diesen Post seit etwa 4 Wochen "in der Mache", mich aber nun dagegen entschieden, meine seitenlange Aufzählung über meinen Tagesablauf zu veröffenlichen. Das
a) interessiert niemanden,
b) kann man als Außenstehender sowieso nicht mit mehr als einem "ja, verstehe ich" nachvollziehen und
c) langweilt es auf Dauer, das ewig gleiche Gejammer zu hören. Es ermüdet mich ja selbst.
Aber eben diese gesamte Thematik ermüdet mich als solches auch.
Was ich jedoch an dem Artikel vermisse ist nicht etwa die Lösung des Problems, denn auch da ist der Artikel aussagekräftig: die gibt es einfach nicht. Die Zeiten haben sich gewandelt und das Familienleben ist nun einmal heutzutage dieser Spagat. Mir fehlt etwas ganz essentielles darin:
Man macht es doch auch gern.
Zumindest in den meisten Fällen.
Es geht nicht darum, dass einem der Job auch bis in die Freizeit nachläuft, ob nun Journalist, Informatiker oder Bauingenieur. Es geht auch nicht darum, dass man in vielen Branchen - und besonders dann, wenn man anstrebt, Aufstiegschancen aufzutun - die Dinge nicht einfach zum Feierabend ruhen lassen kann um Familienmensch zu sein. Es geht doch darum, dass man ja auch will, dass der Job einen braucht. die meisten Menschen wollen nicht einfach ein Niemand sein, der in der Masse untergeht.
Und was wurde denn aus "man muss einen Job machen, der einen glücklich macht und erfüllt, sonst sind es ganz schön lange 35 bis 45 Jahre bis zur Rente, die einen fertig machen"? Was macht man denn für Dinge, die erfüllend sind und Spaß machen? Richtig: mehr als nötig.
Die Kombination aus all dem lässt für mich nur einen Schluss übrig: früher war alles besser.
Blödsinn! Aber früher war alles irgendwie klarer, strukturierter, eindeutiger. Wenn ich Geschichten darüber höre, "ich hab mit den Leuten aus der Firma nie was gemacht. Wenn man mich fragte, ob ich mitkäme sagte ich das Wochenende gehöre nur meiner Familie", tja, was soll ich denn da noch sagen? Das ist löblich, wirklich. Und vermutlich auch erstrebenswert. Das kann man sich vielleicht auch in manchen Branchen leisten. Aber sobald der Faktor Zeit in einem Beruf ins Spiel kommt, wars das leider. Dann noch die Freude am Beruf dazu und die Tatsache, dass man gelegentlich auch mit mehr Menschen als denen in den eigenen vier Wänden zu tun haben will, man aber außer Arbeitskollegen sonst niemanden mehr in seinem Leben hat - overkill.
Ich weiß nicht, wo das hinführen wird. Wie soll der Mensch die Verantwortung dafür übernehmen, was er sich da selbst eingebrockt hat? Wie soll man mit reinem Gewissen man selbst bleiben und sich verwirklichen, dabei aber die Familie an oberster Stelle behalten und stets das sein, was man selbst von sich erwartet?
Eigentlich sollte mich dieser Artikel beruhigen, dass es auch anderen Menschen so geht und ich nicht allein mit meinen inneren Krämpfen bin. Ehrlich gesagt schlafe ich seitdem allerdings deutlich schlechter.
Mittwoch, 26. Februar 2014
Prüfungs-"Abmeldung" mal anders
Ist ja nun keine neue Idee: "Oh nein, ich glaub ich schaff die Klausur doch nicht, ich muss mir unbedingt ein Attest vom Arzt besorgen, damit ich nicht teilnehmen muss." Kann ja mal vorkommen. Irgendwie ist es manchmal auch wirklich schwierig, alles in diesem Studium so auf die Reihe zu bekommen, dass es passt. Und wenn man sich im HIS zuletzt eine Woche vor Prüfungsbeginn abmelden kann ist das... Moment... Eine Woche vor der Prüfung sollte man das schon wirklich gut abschätzen können, liebe Leute!
Gestern erreichte mich (und alle anderen Studierenden des Fachbereichs Bauingenieurwesen) eine Mail von unserer Großflächenadministratorin:
Liebe Studierende,
wir haben für den vergangenen Prüfungszeitraum 20132_02 insgesamt 184 Atteste erhalten!! Im Sinne einer zügigen Bearbeitung unsererseits bitten wir Sie von Anfragen per Mail und/oder Telefon über den Bearbeitungsstatus Ihres einzelnen Attestes abzusehen.
Vielen Dank!
Gestern erreichte mich (und alle anderen Studierenden des Fachbereichs Bauingenieurwesen) eine Mail von unserer Großflächenadministratorin:
Liebe Studierende,
wir haben für den vergangenen Prüfungszeitraum 20132_02 insgesamt 184 Atteste erhalten!! Im Sinne einer zügigen Bearbeitung unsererseits bitten wir Sie von Anfragen per Mail und/oder Telefon über den Bearbeitungsstatus Ihres einzelnen Attestes abzusehen.
Vielen Dank!
--
Mit freundlichen Grüßen
KK
Bitte prüfen Sie, ob diese E-Mail wirklich ausgedruckt werden muss!
---------------------------------------------------------------------------
KK
Praktikumsreferentin
h_da
Hochschule Darmstadt
University of Applied Sciences
Fachbereich Bauingenieurwesen -
Department of Civil Engineering
Haardtring 100
64295 Darmstadt
Telefon: 06151/ 168134
Telefax: 06151/ 168970
E-Mail: K.K@h-da.de
URL: www.planen-bauen-betreiben.de
www.h-da.de
Dienstag, 25. Februar 2014
Umweltzone
Ich habe keine Ahnung, wer sich das überlegt hat...
Darmstadt bezeichnet sich als "Stadt im Grünen", wobei ich das noch nie verstanden habe, weil neben gelegentlich ein paar Bäumen oder einem optisch an eine afrikanische Steppe angelehnten Park das gesamte Stadtbild eigentlich nur grau und betoniert ist - nein, halt, in den Milliarden Schlaglöchern sieht man frisches Erdreich, man muss dazu nur einmal ohne Auszuweichen durch die Stadt fahren, schon versackt der Wagen in mindestens einem Meter Tiefe.
Wie auch immer, die "Stadt im Grünen" - die es, wie erwähnt, so nicht gibt - hat sich nun überlegt, dass man eine Umweltzone einrichtet. Also ich weiß nicht, wie lang die sich das schon überlegt haben, ich habs zumindest erst kürzlich erfahren.
Erst werden sämtliche Parkplätze an der TUD kostenpflichtig und hauptsächlich nur noch für Angestellte nutzbar gemacht, nun kommt auch noch das Aus für Studenten mit einem nicht-zum-Abitur-geschenkten Auto - also für alle die, die selbst für ihr Leben verantwortlich sind.
Ich bin ja schon immer der Meinung gewesen, dass der typische Student die öffentlichen Verkerhrsmittel nutzen soll, schließlich bekommt er die Fahrkarte im Semesterpaket für mittlerweile 256 €uro (als ich anfing waren es 194...) mitgeliefert. Aber es gibt eben auch wirklich diejenigen, die darauf angewiesen sind.
Ich will gerne darauf verzichten hier nun großartig zu argumentieren, warum die Welt mich nun so gemein behandelt oder Sonstiges. Ich weiß zwar nicht, wie es dann ab Herbst laufen soll das Töchterchen zur Tagesmutter zu bringen und noch rechtzeitig Vorlesungen wahrzunehmen bzw. wer die täglich 3 Stunden mehr Tagesmutter bezahlen soll, die erforderlich sind, wenn man das alles mit dem ÖPNV erledigen muss, aber das ist ja nicht das Problem der Politik.
Nein, ich will hier einfach nur kotzen, dass in den vergangenen 2,5 Jahren jährlich mindestens 3.000 € in den blöden Octavia geflossen sind (die wir an und für sich überhaupt nicht übrig hatten), ich seit letztem Jahr deswegen auch noch bei meinem Bruder in der Kreide stehe, und ich jetzt gehofft hatte, nachdem das Problem mit der Lichtmaschine erst vor wenigen Wochen mit weiteren hunderten €uro abgearbeitet wurde, bis zum nächsten TÜV Ruhe zu haben - aber das bringt mir gar nichts, weil ich vermutlich ab Herbst mit der Karre gar nicht mehr in die Stadt fahren darf.
Und das soll gerecht sein?
Ein Herr von der IHK sagt, man mache so den Standort Darmstadt für noch mehr Unternehmer unattraktiv. Dann bombt das Dorf doch endlich weg, bitte.
Okay, okay, ganz ruhig. Erstmal abwarten. Es gibt ja immer Kern- und Randgebiete, der Octavia ist immerhin "nur" gelb und in der Kernstadt parken will sowieso keiner von uns... Wenn ich allerdings, um zur Hochschule zu gelangen oder beispielsweise zum Baumarkt auf der anderen Seite der Stadt, die Ortsumgehung fahren muss und mir das 10 km mehr Fahrweg einbringt könnte man sich doch wirklich fragen, woran die Umwelt da gewinnen will...
Liebe Darmstädter Stadtplaner, vielleicht solltet ihr einfach mal darüber nachdenken, eure Ampeln aufeinander abzustimmen. Ein wenig "grüne Welle" bei 45 km/h und ich bin sicher, viele eurer Probleme wären gelöst. Wenn man allerdings nach Kranichstein muss, ist euch mal aufgefallen, dass man an jeder einzelnen Ampel halten muss?! Ich wäre an dem einen Morgen, an dem ich so dumm war, nicht nur 20 Minuten eher im Büro gewesen, wenn nicht wirklich jede der alle 120 m auftauchenden Ampeln rot gewesen wäre, nein, ich hätte auch 8 Liter Diesel weniger verheizt, weil ich nicht dauernd wieder anfahren hätte müssen.
Wusstet ihr, dass sich das auch auf Umweltbelastung durch CO und dB auswirkt?!
Denkt mal drüber nach.
Darmstadt bezeichnet sich als "Stadt im Grünen", wobei ich das noch nie verstanden habe, weil neben gelegentlich ein paar Bäumen oder einem optisch an eine afrikanische Steppe angelehnten Park das gesamte Stadtbild eigentlich nur grau und betoniert ist - nein, halt, in den Milliarden Schlaglöchern sieht man frisches Erdreich, man muss dazu nur einmal ohne Auszuweichen durch die Stadt fahren, schon versackt der Wagen in mindestens einem Meter Tiefe.
Wie auch immer, die "Stadt im Grünen" - die es, wie erwähnt, so nicht gibt - hat sich nun überlegt, dass man eine Umweltzone einrichtet. Also ich weiß nicht, wie lang die sich das schon überlegt haben, ich habs zumindest erst kürzlich erfahren.
Erst werden sämtliche Parkplätze an der TUD kostenpflichtig und hauptsächlich nur noch für Angestellte nutzbar gemacht, nun kommt auch noch das Aus für Studenten mit einem nicht-zum-Abitur-geschenkten Auto - also für alle die, die selbst für ihr Leben verantwortlich sind.
Ich bin ja schon immer der Meinung gewesen, dass der typische Student die öffentlichen Verkerhrsmittel nutzen soll, schließlich bekommt er die Fahrkarte im Semesterpaket für mittlerweile 256 €uro (als ich anfing waren es 194...) mitgeliefert. Aber es gibt eben auch wirklich diejenigen, die darauf angewiesen sind.
Ich will gerne darauf verzichten hier nun großartig zu argumentieren, warum die Welt mich nun so gemein behandelt oder Sonstiges. Ich weiß zwar nicht, wie es dann ab Herbst laufen soll das Töchterchen zur Tagesmutter zu bringen und noch rechtzeitig Vorlesungen wahrzunehmen bzw. wer die täglich 3 Stunden mehr Tagesmutter bezahlen soll, die erforderlich sind, wenn man das alles mit dem ÖPNV erledigen muss, aber das ist ja nicht das Problem der Politik.
Nein, ich will hier einfach nur kotzen, dass in den vergangenen 2,5 Jahren jährlich mindestens 3.000 € in den blöden Octavia geflossen sind (die wir an und für sich überhaupt nicht übrig hatten), ich seit letztem Jahr deswegen auch noch bei meinem Bruder in der Kreide stehe, und ich jetzt gehofft hatte, nachdem das Problem mit der Lichtmaschine erst vor wenigen Wochen mit weiteren hunderten €uro abgearbeitet wurde, bis zum nächsten TÜV Ruhe zu haben - aber das bringt mir gar nichts, weil ich vermutlich ab Herbst mit der Karre gar nicht mehr in die Stadt fahren darf.
Und das soll gerecht sein?
Ein Herr von der IHK sagt, man mache so den Standort Darmstadt für noch mehr Unternehmer unattraktiv. Dann bombt das Dorf doch endlich weg, bitte.
Okay, okay, ganz ruhig. Erstmal abwarten. Es gibt ja immer Kern- und Randgebiete, der Octavia ist immerhin "nur" gelb und in der Kernstadt parken will sowieso keiner von uns... Wenn ich allerdings, um zur Hochschule zu gelangen oder beispielsweise zum Baumarkt auf der anderen Seite der Stadt, die Ortsumgehung fahren muss und mir das 10 km mehr Fahrweg einbringt könnte man sich doch wirklich fragen, woran die Umwelt da gewinnen will...
Liebe Darmstädter Stadtplaner, vielleicht solltet ihr einfach mal darüber nachdenken, eure Ampeln aufeinander abzustimmen. Ein wenig "grüne Welle" bei 45 km/h und ich bin sicher, viele eurer Probleme wären gelöst. Wenn man allerdings nach Kranichstein muss, ist euch mal aufgefallen, dass man an jeder einzelnen Ampel halten muss?! Ich wäre an dem einen Morgen, an dem ich so dumm war, nicht nur 20 Minuten eher im Büro gewesen, wenn nicht wirklich jede der alle 120 m auftauchenden Ampeln rot gewesen wäre, nein, ich hätte auch 8 Liter Diesel weniger verheizt, weil ich nicht dauernd wieder anfahren hätte müssen.
Wusstet ihr, dass sich das auch auf Umweltbelastung durch CO und dB auswirkt?!
Denkt mal drüber nach.
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